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Warum ich meine 4‑Deserts‑Medaillen zeige

Über mehr als zehn Jahre hinweg habe ich meine Finisher‑Medaillen kaum beachtet. Sie lagen irgendwo in Schubladen, Kisten oder Kellerräumen – nicht aus Geringschätzung, sondern weil für mich immer das Wesentliche im Erleben lag: die Menschen, die Grenzerfahrungen, die psychologischen Erkenntnisse und die Geschichten, die man nicht an die Wand hängen kann.

In dieser Zeit durfte ich regelmäßig Top‑10‑ und Top‑5‑Platzierungen erreichen, zahlreiche Altersklassensiege feiern und als einer der wenigen Athleten weltweit die legendäre 4‑Deserts‑Serie erfolgreich beenden – ein Format, das vom TIME Magazine wiederholt zu den härtesten Ausdauerwettbewerben der Welt gezählt wird, neben bekannten Namen wie der Tour de France oder Vendée Globe. Besonders für mich: Ich bin der erste Mensch, der diese Serie nach bzw. trotz eines schweren Schlaganfalls abgeschlossen hat.

Trotzdem habe ich all das immer bewusst klein gehalten. Ich war – und bin – allergisch gegen Übertreibungen und heiße Luft. Doch bei meinem Auftritt im ZDF‑Magazin Volle Kanne bekam ich eine liebevolle, aber deutliche Korrektur.

Das Redaktionsteam war außergewöhnlich wertschätzend: für meine psychologische Expertise, mein Comeback nach dem Schlaganfall und meine über zehnjährige Karriere im Ultramarathon. Und als ich wieder einmal versuchte, meine Leistungen zu relativieren, kam der Satz, der mich wirklich getroffen hat:

"Wenn du es nicht sagst, dann sagen wir es – klar und in aller Deutlichkeit: Michele Ufer ist einer der führenden Extremsportler Europas". Der FOCUS formulierte es dann ähnlich und bezeichnete mich als „einen der besten europäischen Ultramarathonläufer“.

Diese Wertschätzung hat etwas in mir bewegt.

Sie hat mich motiviert, eine Ausnahme zu machen – und meine vier 4‑Deserts‑Medaillen im Set zu zeigen (ohne die Sieger-Pokale, das wäre dann doch zu fummelig gewordenen). Nicht als Trophäen. Sondern als Symbole für eine außergewöhnliche Reise, die mich geprägt hat wie kaum etwas anderes: sportlich, psychologisch und menschlich.

Für Mut. Für Beharrlichkeit. Für Comebacks. Und für die Erkenntnis, dass man seine Geschichte manchmal nicht kleiner machen sollte, als sie ist.

Über diesen besonderen Weg handelt übrigens mein neuer Keynote-Vortrag

Resilienz extrem: Wie Menschen (und Teams) in existenziellen Krisenzeiten über sich hinauswachsen können

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Ihr Vorsprung beginnt im Kopf.

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