Wissenschaftlicher Vortrag

51. Tagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie, Halle/Saale, 30.5.2019

Wahrgenommene soziale Unterstützung im Marathon

Dr. Konrad Smolinski, Oliver Leis, Dr. Michele Ufer


Schlüsselwörter: Training, Wettkampf, Ausdauer, Selbstvertrauen, Emotion

Zusammenfassung:

Hintergrund: Die wahrgenommene soziale Unterstützung ist die Überzeugung einer Person, dass im Bedarfsfall potentielle Unterstützung aus dem sozialen Netzwerk verfügbar wäre, welche sich u. a. mit positiven Effekten auf das Selbstvertrauen (Rees & Freeman, 2007) und eine gesteigerte Leistung (Freeman & Rees, 2009) äußern kann. Soziale Unterstützung kann in emotionaler, wertschätzender, informativer und konkreter Form wahrgenommen werden (Cutrona & Russell, 1990).

Methoden: Die Datenerhebung fand an 204 Marathonläufern (135 ♂, 69 ♀, Alter: M = 42.52, SD = 10.13) statt. Hierfür wurde der ‚The PASS-Q: The Perceived Available Support in Sport Questionnaire‘ (Freeman et al., 2011) ins Deutsche übersetzt, für den Marathonlauf modifiziert, und als Online-Fragebogen angewandt. Die Teilnehmenden wurden zu den 4 Dimensionen der wahrgenommenen sozialen Unterstützung in den 3 Phasen (Training, während des Wettkampfs, nach dem Marathon) retrospektiv befragt.

Ergebnisse: Aus einer Varianzanalyse mit Messwiederholung geht hervor, dass die wahrgenommene Unterstützung mit der jeweiligen Phase zusammenhängt (F(2,406) = 19.624, p = .000, partielles η2 = .088, n = 204). Weiterhin zeigen paarweise Vergleiche, dass die wahrgenommene Unterstützung während des Marathons (M = 2.91, SD = 1.15) signifikant niedriger ist als während des Trainings (M = 3.16, SD = 0.92) und nach dem Wettkampf (M = 3.15, SD = 1.06). Die Ergebnisse zeigen auch, dass die wahrgenommene emotionale Unterstützung während der Trainingsphase durch das soziale Umfeld am höchsten wahrgenommen wird (M = 3.85; SD = 0.94).

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der Studie legen den Schluss nahe, dass die emotionale Unterstützung die wichtigste wahrgenommene Unterstützungsdimension ist, welche vor allem in der Phase des Trainings für einen Marathon von hoher Bedeutung scheint. Demgegenüber gehen bisherige Studien davon aus, dass Sportler am stärksten von der verfügbaren Wertschätzung profitieren (Freeman & Rees, 2009).

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